Durchfall

Durchfall ist eine häufige Infektionskrankheit im 1.Jahr und sollte schnell behandelt werden.
Bei Durchfall ist der Stuhlgang flüssig und scheint mehr aus Wasser als aus festen Teilen zu bestehen. Durchfall kann gelb, grün oder braun sein. Meist erkennt man Durchfall an den veränderten Geruch. Grüner Stuhlgang ist häufig ein Anzeichen von Durchfall, mit Ausnahme wenn Babys eine HA Nahrung erhalten, dann kann der Stuhlgang auf Grund dieser speziellen Nahrung grün sein ohne das Dein Baby krank ist. Durchfall zeichnet sich auch dadurch aus, dass aufgenommene Nahrung oder Getränke sehr schnell, das heißt innerhalb von 15 Minuten, wieder ausgeschieden werden. Durchfall kann ein Zeichen für eine Infektion sein und muss vom Arzt behandelt werden. Sollte Dein Baby ständig sehr weichen, schleimigen bis flüssigen Stuhlgang in Kombination mit Bauchkrämpfen haben, so könnte eine Kuhmilchunverträglichkeit vorliegen.
Die größte Gefahr Flüssigkeitsmangel
Babys haben nur wenig Wasserreserven und so ist die Sorge natürlich groß, das ein Baby “austrocknen” könnte. Flüssigkeitsmangel kannst Du z.B. an folgende Kriterien erkennen: eingefallene Fontanelle, eingefallene Augen, dunkler Urin über einen Zeitraum von 24 Stunden, weniger bis keine nasse Windel. Auch an der Haut erkennt man einen Flüssigkeitsmangel. Am Bauch des Babys ein bißchen Haut hochziehen, sie muß sofort wieder straff werden,geht sie nur langsam in ihre ursprüngliche Form zurück, kann es ein Anzeichen für eine Austrocknung sein.
So viel Flüssigkeit braucht Dein Kind
Bis 4 Monate braucht ein Baby im Schnitt rund 700 ml Flüssigkeit pro Tag. In diesem Alter wird die Flüssigkeit fast ausschließlich über die Nahrung, also über die Muttermilch und/oder Flaschennahrung aufgenommen. Babys zwischen 4 und 12 Monaten brauchen etwa 900-1200 ml, davon werden ca. 100-600 ml durch Getränke wie Tee und Wasser und 500-700 ml durch Nahrung (dazu zählt auch die Muttermilch bzw. Flaschennahrung) aufgenommen. Wenn Dein Baby bei Durchfall nicht essen oder seine Milch nicht trinken möchte erhöht sich der Bedarf an Flüssigkeit durch Wasser/Tee entsprechend.
Der Ausgleich von Flüssigkeit und wichtigen Salzen (Elektrolyte) steht an erster Stelle. Dein Kind sollte viel trinken, Du kannst so viel Muttermilch/Anfangsmilch geben wie dein Kind mag. Wenn es Muttermilch/Anfangsnahrung ablehnt, solltest Du unbedingt zum Wasser / Tee Traubenzucker und etwas Salz dazu geben.
(1 Liter Tee mit 7 Teelöffeln Traubenzucker und 1/2 Teelöffel Salz mischen). Du kannst auch eine eine Trinklösung z.B. Humana Elektolyt nehmen. Achtung: abgestandene Cola eignet sich nicht zur Behandlung von Durchfall. Pfefferminztee ist wegen seines Mentholgehalts für Kinder unter 3 Jahre nicht geeignet.
Heidelbeeren sind sehr Pektin haltig und können bei Durchfall Flüssigkeit binden.
3 Esslöffel getrocknete Heidelbeeren mit 200 ml kaltem Wasser in einem Topf geben. 10 Minuten ziehen lassen, dann aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen. Weitere 10 Minuten zeihen lassen und dann durch ein Sieb seihen. Den Tee lauwarm anbieten. Reste bitte nach etwa 2 Stunden verwerfen. Bitte nicht mehr als 250 ml pro Tag geben.
Heilnahrung kann ich nur in Ausnahmen empfehlen, besser ist es erst mal bei der gewohnten Nahrung zu bleiben. Wenn du stillst , kannst Du dein Baby häufiger anlegen und zusätzlich Fencheltee anbieten. Wenn dein Baby keinen Tee/Wasser mag, kannst du die Babynahrung für zwei bis vier Tage mit ca. 30 ml mehr Wasser pro Flasche zu als vom Hersteller angegeben zubereiten.
Beikost bei Durchfall
Biete Deinem Baby das gewohnte Essen an. Wenn es krank ist, sind gewohnte Dinge besonders wichtig. Das Öl in den Breien sollte man für etwa 3 Tage weg lassen, da Öl stuhlauflockernd wirkt. Wenn dein Kind nicht essen mag, ist das kein Problem und ist meist eine Schutzreaktion des Körpers. Versuche es mit Karottensaft (ohne Honig), dieser schmeckt süß und kann als Ersatz für die Mittagsmahlzeit für etwa 2 – 3 Tage gegeben werden. Vorsicht: Karottensaft ist als Getränk auf Dauer ungeeignet und kann aus der Nuckelflasche getrunken, die Zähne schädigen. Während der Erkrankung und etwa 2 Wochen nach dem Durchfall empfehle ich im Milchbrei und Getreide Obstbrei, leicht verdaulichen Reis – Getreidebrei zu verwenden. Mehr dazu hier.
Geriebener Apfel (ab 8 Monate)
Unter der Apfelschale sind bestimmte Stoffe (Pektine) enthalten, die Flüssigkeit binden und so den Flüssigkeitsverlust mindern können. Einen (roten) Apfel waschen und auf einer Reibe sehr fein reiben. Wichtig: Geriebener Apfel ohne Schale wirkt stuhlauflockernd!
Heidelbeerbrei (ab 8 Monate)
100 g tiefgekühlte oder frische Heidelbeeren, waschen und pürieren. 1-2 Teelöffel Traubenzucker (Maltodextrin pur ®) zugeben. Dann ein Zwieback zerbrösseln und untermischen, eventuell noch etwas Wasser zugeben.
Karottensuppe nach Moro (ab etwa 6 Monate)
Diese Suppe hilft nachweislich bei Magen Darm Infekten. 500g geschälte Karotten in 1 Liter Wasser 1 bis 1,5 Stunden kochen, danach durch einen Sieb pressen oder in einem Mixer pürieren. Danach auf 1 Liter Suppe einen knapp gestrichenen Teelöffel Kochsalz hinzufügen und in kleinen Mengen verabreichen.
Aus Babys Hausapotheke
Natrium sulfuricum D 6 hilft besonders dann gut, wenn der Stuhl säuerlich riecht und grünlich ist. (3 mal täglich 2 Globuli).
Nux Vomica D 12 ist dann richtig, wenn zum Durchfall noch Übelkeit und eventuell Erbrechen hinzu kommt. (3 mal täglich 2 Globuli).
Chamomilla D 12 würde ich geben, wenn das Baby auch Blähungen und Bauchschmerzen hat. (3 mal täglich 2 Globuli).
Arsenicum Album D 6 ist die richtige Wahl bei heftigem Durchfall mit häufigem Erbrechen wie z.B. bei einer Magen-Darm-Grippe durch einen Norovirus. ( 5 mal täglich 2 Globuli)
Aufbau der Darmflora
Oft ist das Baby nach einigen Tagen soweit wieder gesund d.h. Fieber und Erbrechen sind verschwunden und auch das Allgemeinbefinden des Babys ist wieder gut aber der Stuhlgang des Babys ist immer noch nicht in Ordnung. Durch die Gabe bestimmter “guter” Bakterien kannst du dein Kind beim Aufbau der Darmflora unterstützen. Die besten Erfahrungen habe ich mit SymbioLact (R) pur (Apotheke), es ist frei von Milchzucker, Soja und Gluten.
Feuchte Auflage
Einen Waschlappen mit Kamillenblüten füllen. In einen kleinen Kessel legen und mit kochendem Wasser übergießen. Nach etwa 10 Minuten den Waschlappen herausnehmen und solange ausdrücken bis er nur noch feucht ist. Dann für etwa 5 – 10 Minuten die warme (nicht heiße) Auflage, auf den Bauch legen. Alternativ können auch Fenchelsamen oder Kümmel verwendet werden.
Trockene Auflagen
Auch trockene Wärme kann wohltuend entkrampfend und spannungslösend wirken. Als trockene Auflagen sind ein Kirschkernsäckchen, ein Traubenkernkissen oder mit Kräutern gefüllter Waschlappen geeignet. Als Kräuter, zum Füllen des Waschlappens, eigen sich Kamillenblüten, Kümmel und Fenchelsamen. Wärme die Auflagen entweder nach Anleitung des Herstellers oder falls nicht anders angegeben bei etwa 110 Grad C für 10 Minuten im Backofen. Bitte unbedingt anschließend gut durchkneten, damit sich die Wärme verteilt und vor dem Auflagen die Temperatur an der eigenen Wange testen. Die Auflage sollte sich angenehm warm und nicht heiß anfühlen.
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