Hautprobleme
Nicht jedes Picklechen oder Hautproblem ist gleich Neurodermitis. Viele Hauterscheinungen sind ganz normal und müssen nicht behandelt werden.
Ausschlag in den ersten Lebenstagen
Einige Neugeborene bekommen am 3. oder 4. Tag einen Ausschlag. Diesen nennt man Neugeborenen Exanthem. Die Babys bekommen kleine rote Flecken, Pickelchen, manchmal gelbe Pusteln die schön trocken gehalten werden müssen. (Also nicht eincremen oder ölen, das verschlimmert das Hautbild) Sie verschwinden in einigen Tagen von ganz alleine und haben nichts mit Neurodermitis zu tun. Es ist eine Anpassungsstörung der Haut an unsere Welt. Wärme, Kälte, Wäsche die mit Waschpulver gewaschen ist, Duftstoffe durch die Seife der Eltern, Rasierwasser an der Haut des Vaters usw. können dieses begünstigen. Die Haut gewöhnt sich aber schnell daran, sodass diese Hauterscheinung in einigen Tagen verschwunden ist.
Babyakne
tritt meist in den ersten 6 – 8 Wochen auf; sieht nicht schön aus, ist aber meist harmlos. Die Haut weißt gerötete Pappeln und Pusteln auf, die Haut wirkt gereizt und es sieht aus wie Akne in der Pupertät. Bereits nach weinigen Wochen verschwinden die Symptome von selber. Eine Behandlung ist nicht Notwendig.
Milchschorf
Fast alle Kinder haben etwas Milchschorf auf dem Köpfchen, das ist nicht schlimm. Reiben Sie die Kopfhaut mit etwas Olivenöl ein, lassen es über Nacht einwirken und bürsten Sie morgens das Köpfchen mit einer Babybürste. Sollte der Milchschorf sich damit nicht nach ein paar Tagen bessern, ziehen Sie Ihren Kinderarzt zu Rate.
Trockene Haut
Viele Babys leiden unter trockener Haut und haben im Gesicht und auch am Körper rote, teilweise juckende rote Flecken. Die Sorge Ihr Baby könnte Neurodermitis haben, ist natürlich dann besonders groß. Meist ist diese Sorge jedoch unbegründet. Babys Haut ist noch sehr dünn und verfügt nur über wenige Talgdrüsen.
So können Sie Helfen
- Weichspüler wird von sehr vielen Babys nicht vertragen. Oft tritt der Ausschlag vermehrt im Gesicht auf und wird deshalb nicht mit Weichspüler in Zusammenhang gebracht. Verzichten Sie auf Weichspüler.
- Waschpulver bzw. die darin enthaltenen Duftstoffe. Wechseln Sie zu einem Parfümfreien Waschmittel.
- Pflegeprodukte, Achten Sie beim Kauf von Pflegeprodukten auf das Siegel das deutschen Allergie und Asthma Bundes.
Gute Erfahrungen habe ich mit Sanosan pur und sensitive, es hilft bei den ersten Anzeichen trockener Haut.
Physiogel empfehle ich, wenn die Haut bereits gerötet und sehr trocken ist. - Verzichten Sie bei der Beikost auf Möhren und Tomaten.
- Nehmen Sie während der Stillzeit nicht mehr als 400 ml Milch/Milchprodukte zu sich.
- Bei sehr trockener Haut mit nässenden Stellen und starkem Juckreiz kann eine Kuhmilchunverträglichkeit vorliegen. Mehr zu Kuhmilchunverträglichkeiten lesen Sie hier.
Hautreizungen im Gesicht
Entstehen häufig zur ersten Beikost. Gerötete Bäckchen, bis hin zu “wund sein” im Gesicht; trockene, fast rissige Bäckchen auch am Kinn. Manchmal sind die Babys auch hinter den Ohren wund. Meistens ist dies eine Reaktion auf den eigenen Speichel. Abhilfe schafft manchmal ein Spuktuch unter dem Köpfchen beim schlafen, bitte immer drauf achten das das Tuch trockern ist. Auch eine Wundschutzcreme wie z.B. Bepanthen kann Abhilfe schaffen.
Hitzepickel
die Haut fühlt sich rau und rubbelig an. Typischerweise sitzen sie an Stellen die normalerweise mit Kleidung bedeckt sind. Am Nacken, Oberkörper und den Armen. Sie entstehen durch Überhitzung bei Wärmestau. Diese sind harmlos und durch weniger Wärmezufuhr zu behandeln. Gegen Hitzepickelchen hilft auch Apfelessig. Geben Sie auf 5 l Wasser 1 Kaffeebecher Apfelessig und baden das Kind ca. 5 Minuten.
Wundsein
Begünstigt wird das Wundsein durch häufigen dünnen Stuhlgang, in Kombination mit dem Urin. Kinder die zahnen sind häufiger Wund. Auch Säfte und Citrusfrüchte (auch beim Stillen) können den Po wund machen. Wickeln Sie ihr Baby häufiger und lassen es oft nackt strampeln. Vom Fönen rate ich dringend ab da Verbrennungsgefahr besteht außerdem kann ein Urinstrahl der den Fön trifft einen Stromschlag verursachen.
Tipp: Bad mit Eichenrinde
Man schneidet die Eichrenrinde klein, kocht mit 1 Liter Wasser auf, lässt 10 Minuten ziehen und seiht ab. Die Lösung gibt man ins Badewasser. Badedauer so lange wie möglich, Behandlung 1 bis 2 mal täglich. Alternativ können auch Ringelblumentee oder Kamillentee zum baden genommen werden. Als Creme empfehle ich Penaten Creme aus der Metalldose oder Multilindpaste (Apotheke)
Windel-Pilz
meist “Soor” genannt. Einmal ist der Windelbereich befallen, stark gerötete Haut, mit weißen Belägen. Auch Papeln und Pusteln können erkennbar sein.Der Kinderarzt verordnet eine Salbe. Manchmal ist auch die Mundhöhle mit weißen Beläge befallen. Versuchen Sie dann, den Belag vorsichtig weg zu wischen (mit Mullwindel). Verschwindet er, war es nur Milch von der letzten Mahlzeit. Bleibt der Belag muss das Baby auch im Mund behandelt werden. Stillkinder können den Soor auf die Brust übertragen – genauso umgekehrt. Also muss auch die Brust behandelt werden um eine weitere Infektion zu vermeiden.



