6 Monate Stillen hat Vorteile

Stillen über sechs Monate hilft Kindern längerfristig besser Stress zu bewältigen

Laut australischen Forschern können Kinder, die länger als sechs Monate gestillt wurden, besser Stress bewältigen und haben ein geringeres Risiko für seelische Probleme in ihrem Leben. Muttermilch ist nicht nur eine gesunde Ernährung für das Baby, sondern fördert auch den Kontakt von Mutter und Kind“, kommentiert Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen die Studie.

Die Wissenschaftler des Telethon Forschungsinstitut für Kindergesundheit (Telethon Institute for Child Health Research) in Perth beobachteten fast 2.400 Kinder, deren Mütter an einer Schwangerschaftsstudie in Westaustralien teilgenommen hatten. Sie untersuchten die seelische Gesundheit der Kinder im Alter von zwei, fünf, acht, zehn und 14 Jahren. Unter den Kindern erhielten 11% nie Muttermilch, 38% wurden weniger als sechs Monate gestillt und etwas über die Hälfte wurde ein halbes Jahr oder länger gestillt. Die Mütter, die ihre Kinder weniger als sechs Monate stillten, waren laut der Veröffentlichung in The Journal of Pediatrics meist weniger gebildet, besaßen weniger finanzielle Mittel, litten häufiger unter Stress oder sogar unter Depressionen nach der Geburt und rauchten öfter als Mütter, die länger stillten. Die Kinder dieser benachteiligten Müttergruppe zeigten auch vermehrt Entwicklungsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, die bis hin zu Depressionen und Aggressionen reichten. Mit jedem zusätzlichen Monat, den Kinder gestillt wurden, verbesserte sich das Verhalten des Nachwuchses, so die Aussage der Arbeit. Dieser positive Effekt galt auch unabhängig vom sozialen Status der Eltern. „Wir empfehlen, die ersten vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Ob die bessere Stressbewältigung nur auf das Stillen zurückzuführen ist oder Stillen mit anderen schützenden Faktoren zusammenhängt, muss noch geklärt werden. Stillen weist möglicherweise auf eine bessere Mutter-Kind-Bindung hin, die längerfristig positive Auswirkung hat“, lautet das Fazit von Frau Dr. Niehaus.

Quelle: https://www.kinderaerzte-im-netz.de