Beikost heute

Mother feeding hungry baby in highchair in kitchenIn der Regel habe ich es bei meiner Arbeit mit intelligenten, gut ausgebildeten Eltern zu tun, die sich auch meist mit dem Thema Ernährung gut auskennen. Sie Wissen dass Babys unterschiedlich sind und wollen die Beikostzeit „entspannt“ angehen. Doch spätestens nach der ersten „komischen“ Bemerkung des Kinderarztes „Eigentlich müsstes ES jetzt aber schon Brei essen“ wird auf einmal genau geschaut, wie viel Brei die „Freunde“ aus der Krabbelgruppe schon verputzten.

Wenn sich das eigene Kind dann nicht an irgendwelche Zeitpläne hält, deren Herausgeber übrigens gerne Hersteller von Babykost sind, spielen sich mitunter dramatische Szenen ab. An dieser Stelle stellt sich die Frage, geht es hierbei um die Urangst, ihr Baby könnte verhungern oder darum, dass die „Beikost-Industrie“ Mengen in „Gläschchen“ vorgibt die als vermeintlich „richtig“ erscheinen?

An dieser Stelle stellt sich die Frage, geht es hierbei um die Urangst, ihr Baby könnte verhungern oder darum, dass die „Beikost-Industrie“ Mengen in „Gläschchen“ vorgibt die als vermeintlich „richtig“ erscheinen?

Beikost wie die Evolution sie vorgesehen hat
Das Baby ernährt sich von Muttermilch/Anfangsnahrung und darf je nach Alter und Entwicklung vom Essen der Erwachsenen probieren. Das klingt einfach und ist es im Grunde auch. Schwierig wird es erst, wenn Eltern sich schlecht ernähren und noch wenig über gesundes Essen wissen. 

Brei, Fingerfood oder BlW
Für mich stellt sich diese Frage eigentlich nicht. Brei in Form von Suppe, Milchbrei, Gemüse/Kartoffel/Brei und vieles mehr kann das Baby gerne probieren und solange es nicht selber löffeln kann kann es gerne auch gefüttert werden. Alles was es selber greifen, halten und daran „Lutschen“ kann, sollte es selber essen dürfen. So kommt Brei und Fingerfood wunderbar zusammen. Blw im Ursprünglichen Sinne birgt einige Risiken und es Bedarf wirklich sehr guter Kenntnisse über Ernährung und Lebensmittel. Aus meiner Erfahrung heraus erscheint es mir deshalb auch nicht als der bessere Beikostweg sondern eine sehr Willkommener Aufruf zu mehr Fingerfood und somit zu vielen Gelegenheiten Essen zu „begreifen“. 

Beikost im Wandel der Zeit
Seit meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester im Jahre 1983 bis heute, habe ich viele Empfehlungen zum Thema Beikost kommen und gehen sehen. Um es vorweg zu nehmen, im Grunde sind wir heute wieder da wo ich 1983 angefangen habe :). 

Beikost war ursprünglich eine Notlösung um Babys, wenn Muttermilch nicht zur Verfügung stand, mit dem Nötigsten zu versorgen. Dies war immer in Notzeiten der Fall, insbesondere in Nachkriegsjahren. Die meisten Männer starben im Krieg und Frauen mussten arbeiten, die Trümmer weg räumen und ihre Kinder versorgen. Zeit und Kraft zu Stillen war rar und so kam es, dass „Breie“ gemischt wurden, die man dem Baby einflößen konnte. Muttermilchersatz Pulver gab es nur selten, war teuer und auch keineswegs so gut wie heute. Beikost war also der Ausweg und immerhin sicherte dieser selbst gemischte Ersatz das Überleben vieler Kinder.

Nach den mageren Jahren kam dann der Aufschwung und die Industrie entdeckte die „Breikost“ als einen wachsenden und sehr umsatzstarken Markt. Als man Anfang der 90er Jahre erkannte, dass frühe Beikost vielen Kindern nicht gut bekam, wurde versucht durch Empfehlungen wie zum Beispiel dem Baby keinen Weizen, Fisch, Nüsse oder Kuhmilcheiweiß zu geben, den Schaden zu minimieren. Wie wir heute wissen jedoch ohne Erfolg und so fielen diese Empfehlungen wieder weg. Zur Zeit ist Baby-led-Weaning „in“ und wird als Methode vermarktet. Nun, darüber kann man sich streiten, aber immerhin wird das Baby bei Blw nicht überfüttert. 

Beikost wie die Evolution sie vorgesehen hat
Das Baby ernährt sich von Muttermilch/Anfangsnahrung und darf je nach Alter und Entwicklung vom Essen der Erwachsenen probieren. Das klingt einfach und ist es im Grunde auch. Schwierig wird es erst, wenn Eltern sich schlecht ernähren und noch wenig über gesundes Essen wissen. 

Brei, Fingerfood oder BlW
Für mich stellt sich diese Frage eigentlich nicht. Brei in Form von Suppe, Milchbrei, Gemüse/Kartoffel/Brei und vieles mehr kann das Baby gerne probieren und solange es nicht selber löffeln kann kann es gerne auch gefüttert werden. Alles was es selber greifen, halten und daran „Lutschen“ kann, sollte es selber essen dürfen. So kommt Brei und Fingerfood wunderbar zusammen. Blw im Ursprünglichen Sinne birgt einige Risiken und es Bedarf wirklich sehr guter Kenntnisse über Ernährung und Lebensmittel. Aus meiner Erfahrung heraus erscheint es mir deshalb auch nicht als der bessere Beikostweg sondern eine sehr Willkommener Aufruf zu mehr Fingerfood und somit zu vielen Gelegenheiten Essen zu „begreifen“. 

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Letzte Aktualisierung am 11.03.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API