Welches Wasser zur Zubereitung von Säuglingsnahrung

Hat man sich für eine Babynahrung entschieden, so stellt sich meist als nächstes die Frage, ob das Leitungswasser zur Zubereitung geeignet ist und worauf man beim Wasser sonst so achten sollte.

Ist Trinkwasser/Leitungswasser für die Zubereitung von Babynahrung geeignet?

  • Ja, Trinkwasser/Leitungswasser ist mit wenigen Ausnahmen (siehe weiter unter) bestens zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet.

Worauf muss ich beim Trinkwasser achten?

  • Lassen Sie das Standwasser immer ablaufen und verwenden Sie nur das frische (kühlere) Wasser.
    Wenn Wasser über vier Stunden oder länger (beispielsweise über Nacht) in der Hausleitung gestanden hat, kann es Inhaltsstoffe der Leitungsrohre, die für Babys schädlich sein können, aufnehmen. Eventuell können sich auch Bakterien aus wenig genutzten Rohren des Leitungsnetzes vermehren und ins Standwasser gelangen.
  • Muss das Leitungswasser abgekocht werden?
    Darüber streiten sich die „Experten“
    Offizielle muss „frisches“ Leitungswasser nicht abgekocht werden, aber es schadet auch nicht 🙂

81VT-EWfxlL._SL1500_„Babywasser“

„Normales“ Mineralwasser würde zu einer Überdosierung mit Mineralstoffen führen und könnte die Nieren des Kindes schädigen. Verwenden Sie deshalb ein stilles Mineralwässer mit der Bezeichnung „Zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet“ oder ein „Babywasser“. Bewahren Sie die angebrochenen Wasserflaschen im Kühlschrank auf und kochen Sie das Wasser bei der Weiterverwendung vorher ab.

Was ist Standwasser?
“Frisches Wasser”
 bedeutet das Wasser, das sich länger als ~ 1 Stunde in der Wasserleitung befindet nicht verwendet werden sollte. Man lässt dieses Wasser aus der Leitung ablaufen und kann es prima zum Spülen oder putzen verwenden.  Je nachdem wie lang die Zuleitung ist, können das 2-5 Liter sein.

Der Grund
Wasser das sich länger als etwa 1 Stunde in der Wasserleitung befindet könnte “verkeimen” und es kann Schadstoffe aus der Wasserleitung aufnehmen. Da diese häufig aus Plastik bestehen, ist das wirklich nicht so lecker :). Wasser das längere Zeit in einem Becher gestanden hat, würde man ja auch nicht mehr trinken.

Da warmes Wasser, fast immer “Standwasser” ist, da es in Warmwasserbehältern wie Beuler, Untertischgerät, Warmwasserbehälter der Heizung etc. warm gehalten wird, sollte es grundsätzlich NICHT verwendet werden.

Wasserkocher
Wasser das im Wasserkocher steht ist übrigens auch Standwasser. Das abgekochte Wasser sollte deshalb nach dem abkühlen sofort verwendet werden und später nicht erneut abgekocht werden, denn wenn das Wasser längere Zeit im Wasserkocher steht lösen sich eventuelle Schadstoffe aus dem Material des Wasserkochers die Ihrem Baby schaden können. 

Wann ist Trinkwasser nicht geeignet?

  • Zur Herstellung von Babys Flaschennahrung sollte Wasser dessen Nitratgehalt  50 mg/l übersteigt, nicht verwendet werden. Die Nitratmengen im Trinkwasser variieren regional stark. Informieren Sie sich daher unbedingt bei Ihrem Wasserwerk über den Nitratgehalt an Ihrem Wohnort. (Hinweis für meine Kursteilnehmer, das Wasser in Eschweiler ist geeignet).
  • Problematisch kann Trinkwasser aus Hausbrunnen sein.
    Hier kommt es vor, dass das Nitrat oberhalb des Grenzwertes für Trinkwasser liegt. Trinkwasser von Hausbrunnen sollte deshalb nur nach Prüfung der Wasserqualität verwendet werden.
  • Wasser, das durch Bleileitungen geleitet wurde, darf grundsätzlich nicht für die Ernährung von Säuglingen verwendet werden.
  • Kupferleitungen kann in Regionen mit Trinkwasser, dass einen niedrigen pH-Wert hat, problematisch sein. Es kann sich dann Kupfer aus den Wasserleitungen lösen. Kupfer (Cu) ist ein Spurenelement, dass bei einer Überdosierung zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Besonderes viel Kupfer im Trinkwasser findet sich, wenn Wasserrohre aus Kupfer jünger sind als 2 Jahre z.B. bei Neubauten. Den ph-Wert des Wassers können Sie mit einem einfachen Streifentest aus der Apotheke bestimmen.
  • Sehr kalkhaltiges Wasser kann zu Blähungen, Bauchweh und auch zu Verstopfung führen, sollte Ihr Baby eins dieser Symptome zeigen, so sollten Sie besser ein geeignetes Babywasser/Mineralwasser verwenden.
  • Wasserfilter
    Verzichten Sie auf Wasserfilter. Manche von ihnen verringern nur den Kalkgehalt im Wasser, andere sollen Bakterien, Pestizide, Geruchs- und Geschmacksstoffe entfernen. Nachteil aller Filter ist, dass sich in ihnen Keime relativ schnell vermehren können und je nach Marke auch Schadstoffe ans Wasser abgeben.

Letzte Aktualisierung am 11.03.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API