Die Bindung macht’s

Bei unseren Freundschaften und Beziehungen dreht sich alles um das Thema Bindung. Der Grundstein für eine gute und sichere Bindung wird in den ersten Monaten unseres Lebens gelegt. Nämlich dann, wenn das Urvertrauen entsteht. Unsere Babys erfahren durch die sichere Bindung, dass die Welt gut und man ihnen gegenüber wohlgesonnen ist. So entwickeln sie eine positive Einstellung zu sich und der Welt. Dieses Gefühl verankert sich tief in der Seele, sodass die Kinder zu selbstsicheren Erwachsenen heranwachsen.

Die Bindung macht’s

Die Bindung macht’s

Ein Gastartikel von

Gesche Molkenthin

bindungs- und bedürfnisorientierte Mutter

BabySteps ®-Kursleiterin, Fachkraft für babyfreundliche Beikost (i.A.), Gründerin Das BindungsDing – Elternberatung

© AdobeStock, Simon Dannhauer

Die Bindung macht’s

Bei unseren Freundschaften und Beziehungen dreht sich alles um das Thema Bindung. Der Grundstein für eine gute und sichere Bindung wird in den ersten Monaten unseres Lebens gelegt. Nämlich dann, wenn das Urvertrauen entsteht. Unsere Babys erfahren durch die sichere Bindung, dass die Welt gut und man ihnen gegenüber wohlgesonnen ist. So entwickeln sie eine positive Einstellung zu sich und der Welt. Dieses Gefühl verankert sich tief in der Seele, sodass die Kinder zu selbstsicheren Erwachsenen heranwachsen. Dies ist die Quelle der Resilienz, unserer seelischen Widerstandskraft.

Eine sichere Bindung gelingt, wenn wir prompt und feinfühlig auf die Bedürfnisse unserer Kinder eingehen. Im ersten Lebensjahr passiert dies hauptsächlich über Körperkontakt und Kommunikation. Wenn diese sichere Bindung erst einmal hergestellt ist, erschüttert sie so schnell nichts. Sie spüren mit welcher Haltung ihnen die Eltern begegnen und können ihnen daher viele Fehler und Missverständnisse verzeihen.

Bindung vs. Bindung

© AdobeStock, Studio Romantic

Übrigens gibt es im Amerikanischen zwei verschiedene Begriffe für Bindungen.

Zum einen gibt es das Wort ‚Bonding‘. Dieses beschreibt die Bindung der Eltern an ihr Kind. Es ist die Bereitschaft der Eltern, sich emotional auf ihr Kind und seine Bindungssignale einzulassen, entsprechend seiner Bedürfnisse zu pflegen und ihm Schutz und Sicherheit zu geben.

Zum anderen gibt es das Wort ‚Attachment‘. Dieses beschreibt die Bindung des Kindes an die Eltern. Bei der Suche nach Schutz und Sicherheit bindet es sich an seine Bindungsperson. John Bowlby, ein Kinderpsychiater und Erfinder der Bindungstheorie, nannte es das instinktive Bindungsverhalten. Ein Kind bindet sich an seine Bindungsperson unbesehen davon, ob es liebevolle oder grausame Eltern sind. Es liegt an uns, diesen Vertrauensvorschuss nicht zu missbrauchen und unseren Kindern die bestmögliche Bindung zu ermöglichen.

Stillen für eine sichere Bindung?

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Zurzeit werden Eltern durch das sogenannte Attachment Parenting und seine „Anhänger“ sehr verunsichert. Denn sie denken, wenn sie ihr Kind nicht stillen, im Tragetuch tragen und es neben ihnen im Bett schläft, wird es zu einer unsicher gebunden Persönlichkeit. Das stimmt so nicht. Erfunden wurde diese Erziehungsphilosophie in den 1980er Jahren von William Sears, einem amerikanischen Kinderarzt. Er bildete seine Theorie aus verschiedenen Quellen, die er dann griffig formulierte. Seine Frau Martha war Mitbegründerin der La Leche League, weshalb das Stillen beim Attachment Parenting so eine große Rolle spielt. William Sears musste mit seiner Meinung so energisch durchgreifen, weil Kinder in Amerika damals sehr schlecht behandelt wurden. Dadurch schwappte die Erziehungsfrage von einem Extrem ins andere.

Sicher ist sicher!

Das Attachment Parenting ist nur ein Weg und nicht der einzige Weg. Solange wir zuverlässig auf die Signale unserer Babys und Kinder reagieren, steht einer sicheren Bindung nichts im Weg. Auch wenn das Stillen, Tragen und Co-Sleeping viele Vorteile hat, ist es nicht der alleinige Schlüssel zum Glück.

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Letzte Aktualisierung am 22.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API