Risiken durch Duftstoffe

Die Untersuchungen des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM) an der TU München weisen nach Berichten von Dr. Claudia Traidl-Hoffman darauf hin, dass luftgetragene Duftstoffe nicht nur durch den Kontakt mit der Haut Kontaktallergien auslösen können, sondern zudem auch eine adjuvante Wirkung zeigen, das heißt sie begünstigen die Entstehung von Allergien.

Viele Riechstoffe sind Terpene, Aromaten oder Cumarine, wichtige osmophore Gruppen sind Ester, Alkohole, Aldehyde, Laktone. Die Fähigkeit einer Duft-Substanz sensibilisierend oder als Kontaktallergen zu wirken, setzt ebenfalls bestimmte chemische Eigenschaften voraus. Da es praktisch nur bei Duftstoffen zu dem für die Auslösung einer Kontaktallergie erforderlichen engen Hautkontakt kommt, sind Allergien gegen Riechstoffe praktisch immer Kontaktallergien gegen Duftstoffe.

In Kosmetika sind Duftstoffe neben Konservierungsmittel die häufigsten Allergene. Das Scientific Committee on Cosmetic Products and Non-Food Products (SCCNFP) der EU hat auf der Basis von klinischen Daten 24 Duftstoffkomponenten als besonders häufige Allergene in Kosmetika identifiziert. Die Anzahl sensibilisierender Substanzen ist aber wesentlich höher. Dies gilt auch für zahlreiche Pflanzenöle (essential oils), die sowohl als Parfüm wie auch in Lebensmitteln als Aromen verwendet werden (z. B. die Öle von Anis, Eucalyptus, Zitronen, Zitronengras, Pfefferminze, Teebaum u. v. a.).

Die europäische Gesetzgebung verlangte bisher nur die Kennzeichnung „Parfüm“ auf den Produkten ohne Nennung der spezifischen Substanzen. Mit der seit März geltenden EU-Richtlinie wird der Duftstoffproblematik Problematik erstmals regulativ begegnet.

Frau Dr. Traidl-Hoffmann betonte, dass derzeit nur wenig über die Wirkungsmechanismen der luftgetragenen Duftstoffe bekannt sei, weitere Studien hierzu sind erforderlich. Auch sind weitere Forschungen notwendig, die der Wirkung von Duftstoffgemischen nachgehen, so wurde eine positive allergene Reaktion auf Duftstoffmix beobachtet, obwohl die einzelnen Substanzen keine Reaktion auslösten.

So können Sie Ihr Baby schützen – weiter lesen

Quelle: https://www.daab.de/Gesundheitliche_Risiken_der_Duftstoffe.php
Foto Quelle: