Ich vermute eine Allergie bei meinem Baby – was soll ich tun?

Allergien können auch die Kleinsten unter uns schon schwer belasten. Die ersten Anzeichen für eine mögliche Allergie sind dabei nicht immer klar zu deuten. Trockene Haut in den Ellenbogen oder rote Pusteln auf dem Rücken könnten zwar die passenden Symptome sein, sind aber kein eindeutiger Indikator. Was also tun, wenn Sie eine Allergie vermuten?

Wie macht sich eine Allergie bemerkbar?

Vorweg sei gesagt, dass es eine Reihe von möglichen Allergenen gibt. Zum einen kann es eine klassische Kontaktallergie sein. Diese ist in der Regel sehr schnell zu identifizieren. In einem solchen Fall einfach die verwendete Creme austauschen oder das Waschmittel ändern – abhängig vom Auslöser. Zum anderen können es aber auch Umweltallergien sein. Pollen und Staub sind hier die typischen Verursacher. Die Symptome sind zumeist mit tränenden, roten Augen und Niesen verbunden.

Ein Phänomen, das immer häufiger auftritt, sind Nahrungsmittelallergien, die zum Beispiel durch Milch oder Käse hervorgerufen wird. Einige Fakten über die sogenannte Kuhmilchallergie sollten deshalb stets im Hinterkopf behalten werden. Beispielsweise werden drei von einhundert Babys im ersten Lebensjahr eine Kuhmilchallergie entwickeln. Außerdem tritt diese Allergie selten bei Kindern nach dem 4. bis 5. Lebensjahr ein.

 

 

Nicht einfach den Diätplan anpassen

Kommt es zu Kindern, ist ungefragter Rat leider keine Seltenheit. In Sachen Ausschlag und möglichen Allergien ist immer wieder zu hören, dass man doch am besten einfach mal ein paar Lebensmittel aus dem Speiseplan streichen sollte. Ärzte raten dringend davon ab, hier ohne die Beaufsichtigung eines Kinderarztes tätig zu werden. Abhängig von den spezifischen Symptomen, sollte der Besuch bei einem Spezialisten in Betracht gezogen werden:

  • Allergologe – Behandelt Allergien, die Symptome zeigen, die Auswirkungen auf die Atemwege und die Haut haben.
  • Gastroenterologe – Behandelt Symptome, die sich auf den Magen-Darm-Trakt auswirken, wie Blähungen und Magenschmerzen.

Wird die Ernährung ohne ärztliche Beobachtung umgestellt, kann dies bei Kindern schnell zu einer Mangelerscheinung führen.

Wie wird eine Eliminationsdiät durchgeführt?

Bestätigt der Arzt den Verdacht, dass eine Nahrungsmittelallergie vorliegt, dann ist eine sogenannte Eliminationsdiät der nächste Schritt. Über einen kurzen Zeitraum von drei bis fünf Tagen, werden bestimmte Lebensmittel aus dem Speiseplan genommen:

  • Milch
  • Käse
  • Weizen
  • Eier

Stellt sich innerhalb dieser Zeit unmittelbar eine Besserung ein, ist das Allergen in der Regel korrekt identifiziert. Eine solche Ausschlussdiät wird anschließend durch eine orale Provokation bestätigt. Der Arzt führt dem Kind oral eine hohe Dose des vermuteten Allergens zu. Anhand der Reaktion ist verifiziert, dass es sich in der Tat um die vermutete Allergie handelt.

Was ist die Basisdiät?

Ein weiterer Weg, das Allergen ausfindig zu machen, ist die Basisdiät. Diese ist sinnvoll, stehen gleich mehrere Nahrungsmittel in Verdacht, als Auslöser zu dienen. Denn nicht selten leidet ein Kind an mehr als einer Allergie.

Die Basisdiät arbeitet mit einem einfachen Diätplan, der gut verträgliche Lebensmittel beinhaltet. Dazu gehören unter anderem Reis oder Kartoffeln. Dieser Plan wird für drei bis fünf Tage strikt eingehalten und dann Stück für Stück um weitere Lebensmittel ergänzt. Sobald sich eine Reaktion zeigt, kann der Arzt den Plan entsprechend optimieren.

Hinweis

Es ist selten der Fall, dass Kinder auf mehr als zwei oder drei Lebensmittel gleichzeitig allergisch reagieren. Die Basisdiät ist hier ein guter Weg, dies herauszufinden. Für Eltern klingt dies in der Regel schlimmer, als es tatsächlich ist. Also keine Panik, wird dieses Vorgehen von Ihrem Kinderarzt vorgeschlagen.

Vorsicht bei IgG-Tests

Es ist immer wieder davon zu hören und zu lesen, dass die sogenannten IgG-Tests in der Lage sein sollen, die Lebensmittelallergien genau zu identifizieren. Häufig ist das Resultat eine lange Liste von Nahrungsstoffen, auf die das Kind angeblich allergisch reagiert. Dies soll dann als Grundlage für den Diätplan dienen.

Diese Tests bergen gleich mehrere Gefahren. Zum einen kann ein falscher Plan auf Dauer zu Mangelerscheinungen führen. Zum anderen ist er für das Kind und die gesamte Familie mental sehr belastend. Ein nicht zufriedenstellender Diätplan macht das Kind unruhig.

Fehlernährung nicht einfach zu diagnostizieren

Die falsche Ernährung birgt eine Reihe von Gefahren:

  • Wassereinlagerungen
  • Fettleber
  • Nährstoffmangel

Dabei ist der Nährstoffmangel das am häufigsten zu verzeichnende Problem. Er tritt bei Kindern recht schnell für Nährstoffe wie Kalzium oder Eisen auf. Es ist leider nicht immer möglich, diese Art der Fehlernährung rechtzeitig zu erkennen. Befindet sich der Körper in einem fortgeschrittenen Stadium der Mangelernährung, dann wird die Konzentration im Blut mit den verbleibenden Resten aufrechterhalten – ein Bluttest kann demnach keinen Aufschluss über die Situation geben. Wird das Problem also nicht rechtzeitig erkannt, sind es zumeist eher die schwerwiegenden Folgen wie brüchige Knochen, die darauf aufmerksam machen. In dem meisten Fällen ist es dann allerdings zu spät, und permanente Schäden sind im Körper angerichtet.

Ernährungsspezialisten kontaktieren

Ist eine Allergie diagnostiziert, fühlen sich Eltern schnell überfordert. Eine Ernährungsberatung kann dabei helfen, einen passenden und gesunden Diätplan zu erstellen. Generell ist es wichtig, Lebensmittel nicht ersatzlos aus dem Speiseplan zu nehmen. Milchproduke lassen sich zum Beispiel durch Sojaprodukte ersetzen.

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