Kindersicherheit im Auto – darauf sollten Sie achten

AutokindersitzIn Deutschland zählen Autounfälle zu den häufigsten Todesursachen für Kinder. Allein in den letzten zehn Jahren sind rund 300.000 Babys und Kleinkinder bei Verkehrsunfällen verunglückt. Studien zeigen, dass die meisten Unfälle durch eine fachgerechte Sicherung der Kinder während der Autofahrt vermieden werden können. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

 

 

Safety first: Niemals ohne Kindersitz ins Auto

Obwohl es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Kinder unter 12 Jahren bzw. Kinder, die eine Größe von 150 cm noch nicht überschritten haben, während der Autofahrt durch spezielle Rückhaltesysteme gesichert werden müssen, verunglücken noch immer zwei Drittel aller Kinder, die sich im Straßenverkehr verletzen, im Auto. Einer der Gründe hierfür ist, dass die Kinder entgegen der Richtlinien von ihren Eltern häufig auf den Schoß genommen oder im Arm gehalten werden. Bei einem Unfall sind die Erwachsenen in solchen Fällen jedoch nicht in der Lage, den Fliehkräften stand- und ihr Kind festzuhalten. Ein weiterer Grund sind falsch angebrachte, nicht korrekt angegurtete und schlichtweg schlecht gewählte Kindersitze.

Woran Sie einen guten Kindersitz erkennen

Da die Anforderungen an das Rückhaltesystem sich je nach Alter des Kindes verändern, gibt es fünf verschiedene Gruppen von Kindersitzen, die insgesamt eine Spannweite vom Säuglingsalter bis zu Kindern mit einem Gewicht von 36 kg abdecken. Seit April 2008 dürfen nur noch Kindersitze verwendet werden, die der Europäischen Prüfnorm ECE 44 entsprechen. Entsprechende Produkte erkennen Sie an dem orangefarbenen ECE-Prüfzeichen und einer zweistelligen Ziffer. Die aktuellen Versionen sind ECE 44/03 und ECE 44/04. Achten Sie vor allem darauf, dass der von Ihnen gewählte Kindersitz über ein sitzgeeignetes Gurtsystem (Hosenträgergurt) verfügt. Modelle, die zur Rückhaltung des Kindes ausschließlich den fahrzeugeigenen Sicherheitsgurt verwenden, sind nicht korrekt auf die Größe und Körperform von Kindern ausgelegt.

Tipps für die Kindersicherheit im Auto

Damit Sie sich beim Autofahren voll und ganz auf die Straße konzentrieren können, müssen Sie sicher sein, dass Ihr Kind gut untergebracht ist. Wenn Sie folgende Ratschläge beachten, erreichen Sie das Maximum an möglicher Sicherheit für Ihren Nachwuchs:

  • Airbags: Die lebensrettenden Luftkissen werden mit solcher Wucht aufgeblasen, dass sie Kinder ersticken oder erschlagen können. Aus diesem Grund sollten Sie rückwärts gerichtete Baby- oder Kindersitze (z.B. Babyschalen) niemals auf einem Platz mit Front-Airbag montieren. Auch Kinder über zwölf Jahren, die vom Gesetz her bereits auf dem Beifahrerplatz sitzen dürfen, sollten aus diesem Grund lieber auf der Rückbank Platz nehmen. Alternativ können Sie den Sitz auch ganz zurückstellen oder den Front-Airbag abschalten.
  • Kombisitze: Es empfiehlt sich, für Kinder im Kleinkindalter ein Rückhaltesystem zu kaufen, das mehrere Normgruppen abdeckt. Diese Modelle sind auf den ersten Blick zwar teurer, wachsen jedoch ein Stück weit mit: Kindersitze wie die von LCP Kids sind für Kinder von 9 bis 25 kg geeignet und lassen sich durch eine mehrstufige Höhenregulierung optimal an die Größe des Kindes anpassen. Darüber hinaus verfügen sie über ein Seitenaufprallschutzsystem, das Ihren Nachwuchs auch im Falle eines seitlichen Aufpralls schützt.
  • Probe: Nicht jeder Kindersitz passt zu jedem Kind und zu jedem Auto. Aus diesem Grund sollten Sie sowohl Ihr(e) Fahrzeug(e) als auch ihr(e) Kind(er) zum Kauf mitnehmen und das Ganze einmal durchprobieren, bevor Sie sich entscheiden. Achten Sie besonders darauf, wie einfach oder schwierig der Kindersitz sich montieren lässt und ob Ihr Kind sich gut angurten lässt und sich in dem Sitz wohlfühlt.
  • Vorsicht: Normalerweise lässt sich für Kinder vieles aus zweiter Hand kaufen. Beim Kindersitz sollten Sie allerdings keine Kompromisse machen. Auch, wenn an einem gebrauchten Modell auf den ersten Blick vielleicht keine Schäden zu sehen sind, können im Inneren des Sitzes winzig kleine Bruchstellen vorhanden sein, die im Falle eines Unfalls katastrophale Folgen haben können.

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