Ernährungspyramide ab etwa 13 Monate

Oft werde ich gefragt, was sich nach dem ersten Geburtstag bei der Ernährung des Babys ändert und ob das Kind jetzt „alles“ essen darf. Die Antwort ist nicht sehr kompliziert und ich rate Eltern spätestens jetzt die Ernährung für die ganze Familie so zu gestalten, dass ihr Kind mit essen kann. Das heißt, dass die Breie nach dem Baukastensystem durch eine Brotmahlzeit ergänzt werden und den Speiseplan insgesamt gesund zu gestalten.


letzte Aktualisierung 05.12.2017, Artikel vom 17.03.2012


Ich wünsche dir und deinem Baby beste Gesundheit 💕
Kinderkrankenschwester Lucia

Plötzlich ist das Baby weniger
Um den ersten Geburtstag herum werden bei vielen Kindern die Portionen kleiner und viele Eltern Sorgen sich ob so ein kleines Brot oder das „bisschen“ Gemüse ausreicht. Die Antwort ist „Ja“. Im zweiten Lebensjahr wächst das Kind langsamer“ und so braucht es eben auch entsprechend weniger Nahrung nämlich „Kinderportionen„. Eine Kinderportion ist im Vergleich zu dem was Babys oft verputzen meist deutlich weniger :)
Ein Beispiel der Gewichtsentwicklung: Geburtsgewicht  3500g | 4-5 Monate 7 kg | 1 Jahr 9,5 kg | 1,5 Jahre 10,5 kg | 2 Jahre 12 kg.
Also im ersten Jahr etwa 6 kg und im zweiten Jahr in etwa 2,5 kg.


Wieviel ist eine Portion?
Als Maß für eine Portion dient genau wie bei Erwachsenen die Hand. So ist eine Portion Brot etwa so groß wie die Hand des Kindes.


Wieviele Portionen werden empfohlen?
Nach dem 6 | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 Prinzip sieht das in etwa so aus. Aber bitte nicht vergessen! Kinder essen je nach Entwicklungsphase „gefühlt“ so gut wie nichts und mal entwicklen sie sich zum kleinen „Vielfraß“.

Der angepasste Familientisch
In meinen Beikostkursen, sehe ich bei dem Wort „Familientisch“ meist große Fragezeichen und ehrlich gesagt hatte ich die selber auch. Vor den Kindern wurde gegessen wie es kam 🙂 von Regelmäßigkeit und gesund noch weit weg. Genau wie die Eltern in meinen Kursen hieß es erst mal Bücher lesen und nach und nach zu schauen was man so fürs Kind kochen kann.  

Also lief es darauf hinaus fürs Kind gesund zu kochen und Mama und Papa passten sich an. Im Grunde war das ganz einfach (wenig Salz, wenig Süß, keine Fertigprodukte) und ich bin mir ziemlich sicher, dass DU das auch hinbekommen wirst.


Warum ich das glaube?
Nun weil es schon Millionen Menschen vor dir geschafft haben und wenn du selber keine gravierenden Wissenslücken rund und eine „meist“ gesunde Ernährung hast, wird dein Familientisch vielleicht nicht nach irgendwelchen Leitlinien perfekt sein, aber er wird gut genug sein :).


Gibt es noch Verbote
Ja klar, die gibt es auch weiterhin. Von den Verboten aus meinen Merkzettel für die Beikostzeit fällt erst mal nur das Verbot für Honig weg und alles weitere wie Vorsicht bei Nahrungsmittel die verschluckt werden können gelten weiterhin. ❤️ Dein Kind wird essen was Du isst ❤️ Fast Food und Fertigprodukte, stark verarbeitete Lebensmittel sowie stark gesalzene bzw. gesüßte Speisen sollten nicht auf dem Speiseplan stehen.


Darf mein Babys jetzt keinen Brei mehr essen?
Doch darf es! Es gibt keinen „Stichtag“ an dem Brei weg fällt, das ist ein Prozess der sich entwickelt und oft bis zum zweiten Geburtstag dauert.

Das 6 - 5 - 4 - 3 - 2 -1 Prinzip

(6) mal am Tag ein Getränk

  • Getränke sind wichtig
    Zu jeder Mahlzeit sollte Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnter Fruchtsaft getrunken werden und auch zwischen den Mahlzeiten sollten die Kinder jederzeit etwas trinken können. Als Anhaltspunkt gelten für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren etwa  6 – 7 mal 100 – 200 ml Flüssigkeit pro Tag.

(5) Portionen Obst und Gemüse

  • Als Anhaltspunkt für eine Portion Obst/Gemüse dienen die Hände des Kindes. Beide Hände als Schale ist in etwa eine Portion.
  • Geben Sie Ihren Kind 3 – 4 mal am Tag eine Portion Obst und 1 mal am Tag Gemüse.
  • Fruchtsäfte dienen nicht zur Flüssigkeitszufuhr und sollten nur bei Bedarf eingesetzt werden, z.B. bei erhöhten Vitamin Bedarf bei Erkältungen oder wenn Ihr Kind kein Obst gegessen hat. Hier gelten 200 ml pro Tag Obst/Vitaminsaft (100% Fruchtsaft).

(4) Portionen Brot,Getreideflocken, Kartoffeln, Nudeln, Reis,

  • Als Anhaltspunkt für eine Portion Kohlehydrate dienen die Hände des Kindes. Beide Hände als Schale ist in etwa eine Portion.
  • Kohlenhydrate werden idealerweise durch Getreide, Kartoffeln und Reis aufgenommen.
  • Vermeiden sollte man Kohlenhydrate in Form von Zucker.

(3) Portionen Milch, Milchprodukte plus (1 ) Portion Fleisch,Wurst, Eier, Fisch

  • Als Anhaltspunkt für eine Portion dient die Hand des Kindes. 1 Portion ist soviel wie in eine Hand passt z.B. ein Glas Milch, 1 kleines Joghurt 1/2 Scheibe Käse, 1/2 Scheibe Wurst, 1/2 Schnitzel.

(2) Portionen Margarine, Öl, Butter

  • 1 Portion ist bei Kleinkindern 1 Teelöffel
  • Verwenden Sie Rapsöl und/oder Olivenöl zum kochen, braten und Salate.
  • Zur Zeit scheint mir die Margarine von Alnatura am Besten geeignet, würde jedoch Butter als Brotaufstrich bevorzugen.

(1) mal am Tag Kuchen, Süßigkeiten

  • Auch hier gilt,soviel wie in eine Hand des Kindes passt
  • Auch Marmelade und Joghurt mit Zucker zählt zu den Süßigkeiten.

Regelmäßige Mahlzeiten geben Orientierung
Es hilft deinem Kind sich in der Welt zurecht zu finden, wenn es am Tag Orientierungspunkte hat, auf die es sich verlassen kann. Regelmäßige Mahlzeiten spielen deshalb nicht nur für Ernährung eine wichtige Rolle. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt fünf Mahlzeiten am Tag.

  • Frühstück
  • Pausenfrühstück bzw. Zwischenmahlzeit am Vormittag
  • warme Mahlzeit
  • Zwischenmahlzeit am Nachmittag
  • Abendessen

Familienleben hält sich nicht an Pläne 😉
Es wird Tage geben an denen das wirkliche Leben vom Plan weit abweicht. Das ist ganz normal und du kannst es gelassen nehmen. Wenn das Grundprinzip stimmt werden chaotische Tage ohne warmes Essen oder einer Zwischenmahlzeit die aus einem Keks im Auto oder Kinderwagen besteht, nicht gleich Schaden anrichten. 

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