Trinkschwäche / Saugschwäche

Der Begriff „Trinkschwäche“ wird häufig verwendet ist jedoch falsch, da Säuglinge ihre Milch (Muttermilch/Anfangsmilch) nicht „trinken“ sondern „saugen“

In den ersten Lebensmonaten wird der Saugvorgang durch bestimmte Reflexe gesteuert und der anatomischen Besonderheit, dass in den ersten Lebensmonaten der Kehlkopf etwas höher liegt. Dies ermöglicht es dem Säugling gleichzeitig zu atmen und Nahrung einzusaugen. Etwas zu trinken (also Flüssigkeit in den Mund zu nehmen und herunter zu schlucken können Babys erst mit Beginn der Beikostreife also etwas 6 Monaten. 

  • Frühchen und sehr leicht geborene Babys fehlt manchmal die Kraft zum Saugen und genug Nahrung zu sich zu nehmen.
    Bieten Sie eine Pre Nehung in kleinen Portionen an und bebenden Sie nach etwa 20 Minuten die Mahlzeit um eine Pause ein zu legen. Wenn Ihr Baby sich langer als 3 Stunden (nachts 6 Stunden) nicht zum essen gemeldet hat, sollten Sie es zum füttern wecken.
  • Die Nahrung schmeckt nicht. Dies kommt manchmal bei HA Nahrung vor, aus meiner Sicht sollte der Allergieschutz nicht vor der Zufriedenheit des Babys stehen. Zumal der Nutzen von HA Nahrung immer noch umstritten ist. Wechseln Sie in Absprache mit Ihrem Kinderarzt auf eine „normale“ Babynahrung.
  • Manchmal hilft ein anderer Sauger. Ich empfehle einen Sauger mit großer Auflagefläsche für den Mund und einem geraden Nippel. 
  • Das Baby ist abgelenkt, bitte versuchen Sie eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.
  • Notieren Sie die Menge die Ihr Baby in 24 Stunden getrunken hat. Ihr Kinderarzt kann anhand des Gewichts und Alter Ihres Babys errechnen ob tatsächlich zu wenig getrunken wurde.
  • Es kommt auch vor, dass Babys spüren wenn etwas nicht gut ist für sie selber und deshalb die Nahrung ablehnen. Wenn Babys sehr schlecht trinken, sollte man in Absprache mit dem Kinderarzt eine andere Nahrung wählen.
  • Wenn alle Tricks und Bemühungen nicht helfen, sollten sie in Absprache mit Ihrem Kinderarzt eine Anreicherung der Babynahrung mit zusätzlichen Kalorien in Erwägung ziehen z.B. mit Mandelmus, Rapsöl oder Milupa Calc

Saugschwäche beim Stillen

  • Kommt manchmal vor, wenn die Milch schlecht fließt. Achten Sie darauf, dass sie selber genug Essen und viel trinken. Lebensmittel wie Brot, Nudeln und Malzbier können den Milchfluss positiv beeinflussen.
  • Wenn Mütter beim stillen sehr angespannt sind und sich ständig Sorgen Ihr Kind würde nicht satt, so kann dies auch dazu führen, dass Babys immer weniger trinken und so ein Teufelskreis entsteht. Manchmal ist es dann sinnvoll sich eine Pause zu gönnen und ab und zu etwas Babynahrung zusätzlich zu füttern. Bitte unbedingt vorher eine Stillberaterin zu Rate ziehen! Ich erlebe es häufig, dass wenn der Druck „alleine“ für Babys Ernährung und Gewichtszunahme verantwortlich zu  sein, von der Frau genommen wird, dass dann Stillen insgesamt besser klappt und eine entspannte Situation entsteht.

Manchmal kommt es vor, dass Babys sehr langsam trinken (länger als 1 Stunde pro Mahlzeit) oder nur sehr wenig zu sich nehmen. Es ist für Eltern sehr beunruhigend zu sehen, wenn ihr Kind nicht genug trinkt und vielleicht auch nicht genug zu nimmt.

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