Über den Sinn und Unsinn der Gewichtskontrolle bei Babys

Für viele Eltern ist die Beobachtung der körperlichen Entwicklung ihres Kindes mit einigen Unsicherheiten verbunden. Vor allem junge Eltern, die ihr erstes Kind bekommen haben, fragen sich häufig, ob ihr Baby denn auch genug trinkt, schnell genug wächst und in ausreichendem Maße zugenommen hat. Tatsächlich ist die Beobachtung des Körpergewichts nicht unwichtig, doch man sollte sich dabei auch nicht verrückt machen. In der Regel holt sich nämlich ein Baby schon ganz gut selbst, was es zum Wachsen braucht.

Keine Angst bei Abweichungen von der Perzentilenkurve
Die Beobachtung der Gewichtsentwicklung des Babys ist nicht zuletzt auch eine der Hauptaufgaben des Kinderarztes bei den regelmäßigen Untersuchungen in den ersten Lebensmonaten. Alternativ kann auch eine begleitende Hebamme sich mit regelmäßigen Messungen beschäftigen. Die jeweiligen Werte werden beim Kinderarzt bekanntlich auch in die sogenannten Perzentilenkurven eingetragen und mit gewissen Durchschnittswerten verglichen. Der Spielraum ist dabei aber relativ groß und selbst deutliche Abweichungen von den Mittelwerten sind noch kein Grund zur Besorgnis. Jedes Baby ist individuell und je nach Größe, Knochendichte und allgemeiner Veranlagung kann die Gewichtsentwicklung deutlich variieren, ohne dass dies ein Hinweis auf eine Fehlentwicklung sein muss.
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Richtig wiegen geht auch zuhause
Wer das Gewicht des Babys gern regelmäßig selbst kontrollieren möchte, benötigt dafür in der Regel eine spezielle Waage für Säuglinge. Eine herkömmliche Personenwaage ist meist zu ungenau und es ist schwierig, das kleine Bündel Mensch darauf ruhig genug zu platzieren, damit ein korrekter Wert ausgegeben werden kann. Babywaagen gibt es in verschiedenen Ausführungen und diversen Preisklassen. Wer wie die meisten Hebammen eine Federkraftwaage nutzen möchte, muss nicht sonderlich viel ausgeben und hat zudem den Vorteil, die Waage überall hin mitnehmen zu können – ideal, wenn man mal ein Wochenende bei den Eltern verbringt oder in den Urlaub fährt. Der Nachteil bei diesen Hängewaagen besteht allerdings in der mangelnden Genauigkeit. Exakter arbeiten Schalenwaagen, in die man das Baby einfach hineinlegen kann. Allerdings sind diese etwas sperriger und meist auch preisintensiver. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass die Schale groß genug ist, um das Baby auch dann zu wiegen, wenn es schon etwas älter und größer ist. Bei manchen Modellen sind die Schalen auch austauschbar und eignen sich somit für einen längeren Zeitraum.

Beim Kinderarzt auf Nummer sicher gehen
Wer das Gewicht seines Babys selbst kontrolliert, wird vermutlich das ein oder andere Mal verunsichert sein, wenn das Kind nicht die normale Gewichtszunahme an den Tag legt. Als Richtwert geben viele Info-Broschüren entweder 30 Gramm am Tag oder etwa 200 Gramm die Woche aus, wobei diese Werte je nach Alter des Kindes wiederum stark schwanken können. Wird dieser Wert nicht erreicht oder stark überschritten, sind allerdings noch keine akuten Maßnahmen nötig. In der Regel sollte man zunächst den Kinderarzt kontaktieren und anfragen, ob der aktuell gemessene Wert Grund zur Besorgnis geben sollte. In den meisten Fällen wird der Arzt lediglich anraten, das Gewicht weiter zu kontrollieren. Kritisch wird es erst, wenn das Baby über einen längeren Zeitraum so gut wie gar nicht zunimmt. Spätestens dann ist ein Gang zum Arzt unerlässlich.

Folgen von Über- und Untergewicht bei Babys
Obwohl es statistisch gesehen selten vorkommt, gibt es auch bei Babys bereits ungesundes Übergewicht. Allerdings gibt es kaum Maßnahmen, die man hier ergreifen kann oder sollte und in der Regel verwächst sich das bisschen überschüssiger Babyspeck im Laufe der Kindheit. Viel gefährlicher ist ein Untergewicht aufgrund von Mangelernährung oder Krankheit. Betroffen sind oft Kinder, die nicht ausreichend gestillt werden oder die später zu wenig Nahrung als Brei aufnehmen. Mangelernährung ist definitiv schädlich für die gesunde körperliche und geistige Entwicklung und muss auf jeden Fall mit professioneller Hilfe beseitigt werden. In diesen Fällen ist der Kinderarzt, die Hebamme oder eine entsprechende Beratungsstelle der erste Anlaufpunkt.

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