Vitamin-D Prophylaxe

Viele Eltern berichten mir, dass Ihre Hebamme Ihnen geraten hat in den Frühjahr/Sommermonaten auf Vitamin-D Tabletten zu verzichten und es auch nicht schlimm sei, wenn man die Vitamn-D Tabletten nur ab und zu geben würde. Als Kinderkrankenschwester sehe ich die Empfehlung auf Vitamin-D in den Sommermonaten zu verzichten sehr kritisch und rate dazu Vitamin-D wie vom Kinderarzt empfohlen ganzjährig zu geben.

Es ist richtig, dass der Körper Vitamin-D bei ausreichender Sonnenstrahlung selber bilden kann. Aber genau da liegt das Problem. Erstens ist das in unseren Breitengraden nur selten der Fall und wenn genug Sonne da wäre, dürfen die Kleinen der Sonne gar nicht ausgesetzt werden. Eine ausreichende Produktion von Vitamin-D ist somit auch bei schönem Wetter bei Babys bis etwa 20 Monate meist nicht zu erreichen.

Vitamin D-Versorgung auch in der Schwangerschaft wichtig

Eine Studie mit 261 Schwangeren und 328 Neugeborenen von Prof. Dr. Clemens Kunz und seiner Arbeitsgruppe am Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zusammen mit Dr. Peter Gilbert und seinem Team vom Gießener St. Josefs-Krankenhaus, die nun im „British Journal of Nutrition“ veröffentlicht wurde hat gezeigt, das Schwangere oft nur unzureichend mit Vitamin D versorgt – und das nicht nur im Winter.

Dies ist das Ergebnis einer Studie. 98 Prozent der untersuchten Schwangeren hatten in den Wintermonaten einen Vitamin D-Status, der unterhalb der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Versorgung lag. Doch auch im Sommer, wenn Vitamin D durch die Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet werden kann, waren die Werte häufig zu niedrig.

Zu wenig Vitamin D deuten in vielen Studien auf einen Zusammenhang zwischen einer schlechten Vitamin D-Versorgung in der Schwangerschaft und dem Auftreten von Schwangerschaftskomplikationen hin.

Hierzu gehören bei der schwangeren Frau Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Infektionen und Frühgeburten; Risiken für das Neugeborene betreffen einen ungenügenden Knochenaufbau, Lungenerkrankungen und ebenfalls Diabetes mellitus.

Vitamin D-Tropfen

Einige Babys reagieren empfindlich auf Lactose (Milchzucker) der oft als Trägerstoff bei Tabletten verwendet wird. 

Den aktuellen Empfehlungen zur Rachitisprophylaxe zufolge sollen alle Neugeborenen tägliche 400  bis 500 I.E. Vitamin D3 erhalten  – bis zum zweiten Geburtstag. Frühgeborene (Geburtsgewicht unter 1500 g) erhalten täglich 800 bis 1000 I.E. Vitamin D3.

Zwar gibt es hinweise, dass Tropfen besser vertragen werden allerdings sind sie auch schwieriger zu dosieren. Es ist in jedem Fall ratsam, sich genau an die Dosierungsanweisungen der Herstellen zu halten. 

Vitamin-D Mangel

Einen sehr ausgeprägten Vitamin-D Mangel in Form einer Rachitis habe ich zwar noch nie gesehen aber Vitamin-D Mangel zeigt sich unter anderem auch in Beinfehlstellungen, herabgesetzte Muskelkraft, starke Wachstumsschmerzen und Infektanfälligkeit. Eine mangelnde Vitamin-D-Zufuhr im Kleinkindalter führt darüber hinaus zu biochemischen Veränderungen, reduzierter Knochenmineralisation, verlangsamtem Wachstum und möglichen Veränderungen in der Knochenstruktur mit erhöhtem Risiko für Frakturen. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist das Kinder, die zu wenig Vitamin-D erhalten haben, ein 4-fach erhöhtes Risiko haben, später einen Diabetes mellitus Typ 1 zu entwickeln.

Quelle: Monatszeitschrift Kinderheilkunde

Vorbeugen mit Vitamin D- Tabletten

Im Ärzteblatt kann man nachlesen, dass Säuglinge in Deutschland seit längerem im Rahmen der Rachitis-Prophylaxe mit Vitamin D substituiert werden. Kunz hält es aufgrund der Studien für erforderlich, dass auch Schwangere Vitamin D einnehmen. Dies geschehe derzeit nur selten, da in den Beipack­zetteln der Vitamin D-Tabletten häufig vor einer zu hohen Zufuhr in der Schwangerschaft gewarnt wird. Dies ist nach Ansicht des Experten eine Fehlinformation.

In Gießen soll jetzt im Rahmen einer Beobachtungsstudie an Schwangeren überprüft werden, ob nach einem ärztlich diagnostizierten Vitamin D-Mangel die tägliche Aufnahme von 1.000 IE Vitamin D während der gesamten Schwangerschaft ausreichen, um die gewünschte Versorgung zu gewährleisten. Quelle: aerzteblatt.de

Sonne tanken anstatt Vitamin D einnehmen?

Für Schwangere ist das sicher machbar, bei Babys jedoch nicht zu empfehlen.

Babys sollten jedoch NIE der direkten Sonne ausgesetzt sein und vor UV-Strahlen geschützt werden.  Somit ist durch Sonne auch im Sommer eine auszudeichende Aufnahm von Vitamin D nicht möglich.

Foto: stock.xchng

Vitamin für Babys die eine Säuglingsnahrung erhalten?

Oft werde ich gefragt ob den auch bei Flaschenmilch Vitamin-D gegeben werden muss, da Säuglingsnahrung ja bereits Vitamin-D enthält. 

 „Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt für alle gestillten und nicht gestillten Säuglinge die tägliche Gabe einer Vitamin-D von der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres. 

Sowohl Muttermilch wie auch Säuglingsnahrung können den Bedarf alleine nicht decken.